Der Palau Güell ist in Barcelona eines der frühen Werke von Antoni Gaudí und eines der prächtigsten Bauten des Modernisme. Es befindet sich im Stadtteil Raval, nur wenige Meter von der Rambla entfernt. Teile der Fassade des Palau Güell erinnern an einen venezianischen Palast, auffällig sind die beiden großen ovalen Tore an der Vorderseite. Durch diese konnte man mit Kutschen direkt in die Pferdeställe fahren. Gäste gingen dann über Treppen in die oberen Stockwerke.
Der Palau Güell ist im Mai 2011 nach siebenjährigen Renovierungsarbeiten wieder eröffnet worden.
Gaudí wurde 1885 von seinem Mäzen, dem Industriellen Eusebi Güell i Bacigalupi beauftragt, einen Stadtpalast zu entwerfen. Baubeginn war im Oktober 1886. Zur Weltausstellung 1888 war die Eröffnung des Palastes, wenn auch die Arbeiten darüber hinaus fortdauerten. Die markanten, und für Gaudí so typischen Schornsteine, wurden 1895 auf dem Dach installiert. Insgesamt befinden sich auf dem Dach 20 Schornsteine, die auch zur Belüftung des Hauses dienen.
Das Palau Güell sollte ein Mehrzweckbau werden, mit Wohnungen, Veranstaltungs- und Ausstellungsräumen. Es standen dazu gerade mal 18x22 Meter Grundfläche zur Verfügung, um einen ebenso prächtigen wie funktionalen Palast zu bauen. Die Aufgabe wurde von Gaudí genial gelöst, er schuf eines der prächtigsten Gebäude des Modernisme.
Gaudí baute jedoch nicht nur Häuser, sondern er war auch Designer und dekorierte das Haus auch mit eindrucksvollen Schmiedearbeiten, Holz-, Keramik-, Buntglas-und Steinarbeiten.
Im Untergeschoss befanden sich die Stähle für Pferde und Schlafräume für die Knechte. Das Untergeschoss erreichte man über zwei spiralförmige Rampen.
Barcelonas bekanntester Architekt des Modernisme, Antoni Gaudí.

Durch zwei große, ovale Eingänge konnte man bequem mit der Pferdekutsche in das Haus fahren. Von der Wagenhalle im hinteren Bereich führte die Rampe für die Pferde in das Untergeschoss.
In einem Hochparterre waren die Arbeitsräume und eine Bibliothek des Hausherren Eusebi Güell und weitere Verwaltungsräume. In diesem Stock befindet sich auch die prächtige Eingangshalle, von der eine ebenso prächtige Treppe in die Beletage, die Etage der Familie des Hausherren, führt. Zum Hauptebene des Hauses gehört auch eine Tribüne auf der Nordseite des Hauses, die die Eingänge des Hauses überdachen.
Das Zentrum der Beletage ist ein 17 Meter hoher Salon, der mit Wandmalerei verziert ist. Das Dach des Salons bildet eine Parabolkuppel. Der Salon diente gesellschaftlichen Anlässen und auch Gottesdienste wurden hier abgehalten. Die nördlichen Räume der Beletage waren gesellschaftlichen Anlässen gewidmet, der südliche Teil diente familiären Zwecken, wie z.B. das Esszimmer oder der Billardsalon.
Im zweiten Stockwerk befanden sich die Privaträume der Familie, die zur Fenstergalerie zum großen Salon hin angeordnet sind.
Im Dachboden befanden sich dann die Räume des Hauspersonals und Versorgungsräume, wie Küche, Speisekammer und Waschräume. Auf der Terrasse befindet sich eine lange Steilnadel, die die Kuppel des großen Salons abdeckt und 20 mit Keramiken verzierte Kamine.
Seit 1984 befindet sich der Palau Güell auf der Liste des Welterbes der UNESCO.
Hier finden Sie den Palau Güell auf dem Stadtplan im Stadtteil Raval.
Adresse
Nou de la Rambla, 3-5
Telefon:
+34 933 179 974
www.palauguell.cat
Anreise
Metro:
L3, Liceu
Bus Turístic: Colom - Museu Marítim
Öffnungszeiten
April-Sept.:10-20 Uhr
Okt.-März: 10-17:30 Uhr
Letzter Einlass eine Stunde vor Schließung.
Eintrittspreise
Regulär: 10 €
Ermäßigt: 8 €

Prächtige Schmiedearbeiten verzieren den ovalen Eingang des Palau Güell.

Rampe für die Pferde in den Keller des Palau Güell.

Der große Salon in der Beletage des Palau Güell.