Das Kloster von Pedralbes bzw. Monestir de Pedralbes gehört sicher zu den schönsten Bauwerken der katalanischen Gotik in Barcelona. In der im frühen 14. Jahrhundert erbauten Anlage wird das Alltagsleben der Nonnen gezeigt, im Museum des Klosters von Pedralbes werden Objekte der kirchlichen Kunst vom 14. bis 20. Jahrhundert ausgestellt.
Besonders schön sind vor allem auch der dreigeschossige Kreuzgang und die Gartenanlage im Inneren des Klosters.
Das Kloster wurde von Königin Elisenda de Montcada gegründet. Unterstützt wurde sie von Ihrem Mann König Jakob II. (Jaume II.), der das Kloster der Heiligen Maria widmen ließ. Seitdem wird das Kloster von Nonnen der Schwesternschaft der Klarissinnen bewirtschaftet.
Die Bauarbeiten der Klostergebäude begannen im März 1326. Der Ort innerhalb des Dorfes Sarrià, damals noch weit außerhalb der Stadtmauern von Barcelona, wurde von Königin Elisenda ausgewählt. Als Grundstein für die Apsis dient ein weißer Stein. Der Name "Pedralbes" leitet sich aus dem Lateinischem Petras Albas (weiße Steine) ab. Am 3. Mai 1327 zogen die Nonnen in das Kloster ein.
Das Ergebnis der kurzen Bauzeit von nur einem Jahr ist ein besonders einheitliches und harmonisches Beispiel der gotischen Baukunst in Katalonien, keine anderen architektonischen Stilrichtungen hier hier während der Bauphase auf die Architekten. Erst im 15. Jahrhundert wurder dritte und niedrigste Stock des Kreuzgangs hinzugefügt.
An der östlichen Seite befindet sich die einschiffige Kirche. In dieser finden Sie auf der rechten Seite neben einem Presbyterium, einem dem Klerus vorbehaltenen Chorraum, das Grab der Königin Elisenda, welches eine Besonderheit aufweist: der Sarkophag ist auf kuriose Weise zweigeteilt. Der zum Kreuzgang weisende Teil zeigt die Königin als trauernde Witwe, der in der Kirche liegende Teil zeigt Elisenda als Königin.
Von der Kirche aus gibt es keinen direkten Zugang zum Inneren des Klosters. Der Eingang befindet sich wenige Meter neben der Kirche. Von dort betreten Sie den Kreuzgang. Sinnvoll ist es sicher den Rundgang zu wählen, der im Gegenuhrzeigersinn durch die Klosteranlage führt.
Die erste Sehenswürdigkeit ist rechts zur Kirchenmauer hin die kleine Kapelle Sant Miquel. Hier erzählt der Maler in seinen 1343 entstandenen Fresken aus dem Leben von Jesus und Maria. Die Besonderheit ist die plastische Darstellung, mit der er dem italienischen Maler Giotto nacheiferte, der den Beginn der neuzeitlichen Malerei markiert.
Im nächsten Raum des Kreuzgangs befindet sich das oben Beschriebene Grab von Königin Elisenda. Es folgen auf dieser Seite weitere Gräber von Oberinnen des Klosters.
Es folgen an der nördlichen Seite des Kreuzgangs mehrere Wirtschaftsräume und Zellen sowie der Aufgang auf das zweite Geschoss, welcher zur Hälfte zugänglich ist. Das dritte Geschoss ist nicht zugänglich.
Hier finden Sie auch das Museum im ehemaligen Schlafsaal des Klosters. Es zeigt in einem Rundgang sakrale Kunst und Alltagsgegenstände des Klosters von 14.-20. Jahrhundert. Im mittleren Kreuzgang finden Sie auch etliche winzige Gebetszellen.
Wenn Sie wieder die Treppe des Museums heruntergehen, können Sie den Rundgang um das Kloster im unteren Kreuzgang weiterführen. Auf der westlichen Seite befinden sich die Wirtschaftsräume, wie der Speisesaal, die Küche und im Untergeschoss die Vorratsräume des Klosters von Pedralbes.
Im Untergeschoss befindet sich eine sehr bemerkenswerte Dioramenschau, die die Lebensgeschichte von Jesus erzählt.
Das Kloster wäre sicher nicht so schön und beeindruckend, wenn der Garten im Innenhof nicht wäre. Hier erleben Sie Sie eine Stille, wie Sie sie Barcelona sonst nirgendwo finden. Außer dem Zwitschern der Vögel und dem Plätschern des Renaissance-Brunnens in der Mitte hören Sie hier nichts.
Große Palmen und Zypressen spenden angenehmen Schatten. Zum Garten haben Sie vom unteren Kreuzgang mehrfach Zugang.
Franziskus von Assisi nahm 1212 Klara von Assisi, eine Nonne adliger Abstammung, in seine Gemeinschaft der Franziskaner auf. Es entstand die Schwesterngemeinschaft der Klarissinnen, später auch der "Zweite Orden" der Franziskaner genannt.
Das Kloster wird heute noch von den Klarissinnen-Nonnen bewirtschaftet, sie befinden sich aber in einem moderneren Nebengebäude.
Wenn Sie im Sommer in Barcelona sind, besuchen Sie das Kloster von Pedralbes während der Mittagshitze. In der Kirche, im Kloster und im Garten ist es hier angenehm kühl.
Adresse
Baixada del Monestir, 9
Telefon:
+34 932 563 434
Anreise
Metro:
FGC R6, Reina Elisenda
Bus Turístic: Monestir de Pedralbes
Öffnungszeiten
1. Apr.- 30. Sep.:
Di.-Sa.: 10-17:00 Uhr
1. Okt.- 31. März:
Di.-Sa.: 10-14:00 Uhr
Das ganze Jahr:
So. und feiertags:
10-15:00 Uhr
Geschlossen an folgenden Tagen:
1. Jan., Karfreitag, 1. Mai, 24. Juni, 25. Dez.
Eintrittspreise
Regulär: 7,00 €, ermäßigt: 5,00 €
Freier Eintritt mit der Barcelona Card.

Der Speisesaal des Klosters.

Die Klosterküche von Pedralbes.

Der Brunnen im Innenhof des Klosters.

Apsis der Klosterkirche.