Die Bauweisen, die im deutschen Pavillon von Mies van der Rohe für die Weltausstellung 1929 verwirklicht wurden, sind wegweisend für die Architektur in der ganzen Welt gewesen. Nach der Ausstellung wurde der Pavillon abgebaut und nach mehreren Initiativen zwischen 1983 und 1986 an seinem ursprünglichen Platz wieder errichtet.
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Klar erkennbar an dem Pavillon ist der Bauhaus-Stil. "Weniger ist mehr" - nach diesem Motto plante auch Mies van der Rohe seine Bauwerke. Der Pavillon ist mit klaren Linien und einfachen Formen, wie sie z.B. auch in vielen Hochhäusern und Bürogebäuden zu finden sind stilbildend für die moderne Architektur.
Zwei wichtige Grundprinzipien dieser Architektur hat Mies van der Rohe mit dem Pavillon verwirklicht:
Das Dach aus Stahlbeton wird durch filigrane, kaum auffallende verchromte Stahlstützen getragen. Zwischen diesen reichen Wandelemente und Fenster von der Decke bis an den Boden. An den Wänden und Böden finden verschiedenfarbige Marmorarten Verwendung: Travertino, ein leicht poröses Gestein und Onyxmarmor (Serpentinit), der durch seine Bänderungen erkennbar ist.
Auch hier ist der Deutsche Pavillon richtungweisend: die Steinplatten wurden durch eine "Naturstein-Fassadenverankerung" an die Wände vorgehängt. Auch dies ist ein Verfahren, welches wegen seiner großen Gestaltungsmöglichkeit heute bei den Planern sehr beliebt ist.
Die großen Fensterfronten haben keine klar trennende Funktion im Gebäude. Sie geben nur Grenzhinweise, z.B. zu einem Lichthof, in dem sich die Bronzestatue "Der Morgen" von Georg Kolbe in einem Wasserbassin befindet. Diese Art der fließenden Übergänge zwischen Innen-und Außenbereich findet sich oft bei Wohnhäusern.
Mit dem Wiederaufbau durch die Stadtverwaltung an dem ursprünglichen Standort wurde 1983 begonnen. 1986, zum 100. Geburtstag von Mies van der Rohe, wurde der Pavillon wiedereröffnet. Heute kümmert sich die Mies van der Rohe-Stiftung um den Erhalt des Bauwerks. Im Gebäude befinden sich einige Ausstellungsstücke, die das Wirken van der Rohes zeigen. Auch ein Dokumentationszentrum ist dem Pavillon angeschlossen.
Die Rekonstruktion des Deutschen Pavillons nach Originalplänen geschah unter der Leitung der Architekten Cristian Cirici, Fernando Ramos und Ignasi de Solà-Morales.
Wohl eines der beühmtesten Möbelstücke ist der "Stuhl Barcelona", welcher im Pavillon ausgestellt wird. Der Stuhl ist ein Meilenstein in der Geschichte des modernen Designs. Das Möbelstück von Mies van der Rohe diente als Sitzgelegenheit für das Königspaar anlässlich der Eröffnung des Pavillons 1929. Das Design gilt als Klassiker, unzählige Warteräume und Lobbys repräsentativer Gebäude sind mit ihm ausgestattet - noch heute.
"Wenn das Design der Möbel die Struktur eines Bauwerkes nicht ergänzt, gibt es keine Harmonie im Inneren". Dieser Grundsatz führte Mies van der Rohe fast zwangsläufig dazu, zu seinen Gebäuden auch das passende Mobiliar zu entwerfen.
Von Mies van der Rohe ist der Ausspruch von 1930 überliefert, dass es einfacher sei ein Hochhaus zu entwerfen, als einen Stuhl, der leicht sein muss, dabei stabil und bequem.
All das ist mit dem "Stuhl Barcelona" sicher gelungen, nicht umsonst ist er zur Stilikone geworden.
Das Gestell besteht aus geschweißtem Stahlband, das lederne Polster ist durch Knöpfe in Quadrate gegliedert. Zum Stuhl gehört noch ein Hocker und ein Glastisch.
1953 hat die Firma Knoll die Rechte an dem Stuhl erworben. Zwar gibt es viele Nachahmerprodukte, aber die Firma Knoll stellt den Stuhl nach dem originalen Verfahren und mit den originalen Werkstoffen her. Dies hat seinen Preis, der bei rund 3.400 € pro Stuhl liegt. Als Stuhl Barcelona werden unzählige Kopien verkauft, diese sind deutlich billiger, bezüglich der Qualität sollte man sich die Nachahmerprodukte aber vorher genauer anschauen.
In den Rahmen der Originalstühle von Knoll Studio sind das Firmenlogo und die Unterschrift von Mies van der Rohe eingraviert. Auf der Webseite von Knoll Studio finden Sie ein Händlerverzeichnis.
Ein Online-Händler eines Nachahmer-Stuhls ist zum Beispiel BarcelonaChairShop.
Mies van der Rohe zählt zu den bedeutendsten Architekten der Moderne. Er entwickelte Tragstrukturen, die eine hohe Flexibilität in der Gestaltung des Nutzraumes bietet. In seinen Bauwerken wird das Wesentliche immer betont. Das Zitat "Weniger ist mehr" wird daher oft Mies van der Rohe zugesprochen.
Mies van der Rohe wurde am 27. März 1886 in Aachen als Sohn des Steinmetzes Michael Mies und seiner Frau Amalie Rohe geboren. Ab 1905 arbeitete Mies als Möbeldesigner beim Architekten Bruno Paul. Nebenher besuchte er die Hochschule für bildende Künste.
Für das Ehepaar Riehl, die gezielt Nachwuchsarchitekten fördern wollten, entwarf er 1907 sein erstes Wohngebäude. In der Fachpresse stieß sein Entwurf auf positives Echo. An Großprojekten arbeitete Mies ab 1908 bei Peter Behrens, hier lernte er auch Walter Gropius, der neben Mies als einer der Mitbegründer der modernen Architektur gilt, kennen.
1913 gründete er sein eigenes Büro. In den nächsten 10 Jahren plante er etliche, eher konventionelle Wohnbauten. Zwischen 1915 und 1917 schuf er für den Banker Franz Urbig einen neoklassizistischen Bau, der heute als Churchill-Villa bekannt ist, da der britische Premier hier 1945 während der Potsdamer Konferenz residierte.
1921 wird Mies van der Rohe Mitglied der Künstlervereinigung "Novembergruppe", deren Architektursektion er leitet. Hier propagiert er vielbeachtet den modernen Baustil. Sein Entwurf für ein Glashochhaus am Bahnhof Friedrichstraße wurde abgelehnt. Seine so genannte "Haut-und Knochen"-Architektur empfand man als zu avantgardistisch. Im Auftrag der Kommunistischen Partei entwirft er 1926 Grabsteine für Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht.
1929 hatte er die künstlerische Leitung des Deutschen Pavillons der Weltausstellung. Der funktionslose Pavillon war wegen seiner ungewöhnlichen Architektur und des Designs eine der Hauptattraktionen der Weltausstellung. 1930 stellte er das Haus Tugendhat im tschechischen Brünn fertig. Dieses Wohnhaus befindet sich auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO.
Im selben Jahr wurde er von Walter Gropius zum Leiter des Bauhauses berufen. Dieses Amt hatte er inne, bis das Bauhaus 1932 durch den Stadtrat von Dessau geschlossen wurde. Vieles deutet darauf hin, dass Mies van der Rohe sich mit dem NS-Regime zu arrangieren versuchte, seine Vorschläge wurden aber durch die Nationalsozialisten abgelehnt. Das Arbeiten als Architekt wurde für ihn fortan immer schwieriger. 1937 wurde er aus der Preußischen Akademie der Künste gedrängt, der er seit sechs Jahren angehörte.
1938 emigrierte er in die USA, wo er als Architekt sehr angesehen war. 1944 wurde er US-Staatsbürger.
Sein letztes Werk war die Neue Nationalgalerie in Berlin 1968, deren Eröffnung er allerdings nicht mehr erlebte. Mies van der Rohe starb am 17. August 1969 in Chicago.
Umgebung
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Adresse
Av. Francesc Ferrer i Guàrdia, 7
Telefon: +34 934 234 016
www.miesbcn.com
Anreise
Metro: Espanya (L1, L3), Espanya (FGC L93, 933, 94, R5, R6)
Bus Turístic: CaixaForum - Pavelló Mies van der Rohe
Parken in der Nähe
Eintrittspreise
Erwachsene: 5,00 €
Ermäßigt: 2,60 €
Kinder unter 16 Jahre frei
20% Rabatt mit der Barcelona Card und dem Bus Turístic Ticket.
Hinweise zum Besuch des Pavillon Mies van der Rohe
Wir empfehlen, ca. 30-45 Minuten für den Besuch des Pavillons einzuplanen.
Moderne Bürogebäude
Die Gestaltung moderner Bürogebäude geht auf das von Mies van der Rohe entwickelten Stil zurück. Sie erkennen es, wenn Sie einen Neubau eines Bürogebäudes betrachten: Geschoss um Geschoss wird gebaut, jedoch wird das Gebäude nur von Säulen getragen. Wände werden sehr viel später eingebaut und haben keine tragende Funktion. Die Raumaufteilung kann jederzeit geändert werden.
Stuhl Barcelona
Der von Mies van der Rohe designte Stuhl Barcelona finden Sie heute noch in unzähligen Warteräumen von Firmen, Kanzleien und auch öffentlichen Gebäuden. Nicht immer sind es jedoch Originale, die heute noch gefertigt werden, sondern Plagiate. Kaum ein Design ist so zeitlos wie dieser Stuhl. Kaum zu glauben, dass es fast 100 Jahre alt ist.
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