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Castell de Montjuïc

Gigantische Aussicht über Barcelona, den Hafen und das Meer


Auf dem 173 Meter hohen Hausberg von Barcelona, dem Montjuïc, haben Sie einen grandiosen Ausblick auf das Meer, den Hafen und die Stadt. Auf dem Gipfel befindet sich das Castell, eine große Verteidigungsanlage, die in der heutigen Form Ende des 18. Jahrhunderts errichtet wurde.

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Die Geschichte des Castell de Montjuïc

Viele Jahre war es als Militärgefängnis Symbol der Unterdrückung durch das Franco-Regime. 1960 wurde das Castell de Montjuïc der Stadt übergeben. Heute beherbergt es das militärhistorische Museum und ist eine beliebte Sehenswürdigkeit auf dem Montjuïc.

Die Schnitter-Revolte (Guerra dels Segadors) 1640 bis 1659

Vom Montjuïc beherrschte man militärisch gesehen die Stadt. Deshalb errichtete man schon 1640 eine mittelalterliche Festung auf dem Montjuïc. Anlass zum Bau des Castells war der Beginn des Schnitter-Aufstandes am Fronleichnamstag (7. Juni 1640), bei dem der Vizekönig ermordet wurde. Die eigentliche Ursache für die Revolte der Bauern und Erntearbeiter (Schnitter) gegen den kastilischen Königs Felipe IV. war die Stationierung kastilischer Truppen und drückender Feudallasten während der französisch-spanischen Auseinandersetzungen im Dreißigjährigen Krieg. Der Konflikt gegen den spanischen König dauerte über das Ende des Dreißigjährigen Krieges hinaus an.

Das erste 1640 in nur 30 Tagen errichtete Castell war eine viereckige Befestigungsanlage aus Steinen und Lehm. Die erste Bewährungsprobe hatte die Festung während der Schlacht von Montjuïc am 26. Januar 1641, in der die kastilische Truppe unter Fajardo Pedro de Requeséns-Zúñiga y Pimentel, von Marquis von Vélez geschlagen wurde.

Interessantes zum Besuch des Castell de Montjuïc

Die katalanische Generalversammlung wählte daraufhin Ludwig XIII. von Frankreich zum Grafen von Barcelona und damit zum Herrscher über ganz Katalonien. Im Pyrenäenfrieden 1659 verzichtet Frankreich auf Katalonien, Roussillion im heutigen Südfrankreich fiel aber zu Frankreich.

1694 wurde das Castell ein Schloss, die Festungsmauern wurden aber verstärkt.

Das Castell im Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714)

Am 17. September 1705 wurde das Castell an Charles Mordaunt, Lord von Peterborough, übergeben. Dieser befehligte die englischen Truppen im Auftrag von Königin Anne. Es sollte der Weg für den Erzherzog Karl von Österreich auf den spanischen Thron geebnet werden.

Der kastilische König Felipe V. nahm die Festung jedoch am 25. April 1706 wieder ein, verlor sie aber wieder am 12. Mai desselben Jahres. Einige Zeit nach dem Ende des Spanischen Erbfolgekrieges, am 11. September 1714 (heute katalanischer Nationalfeiertag) wurde Barcelona und das Castell durch die Bourbonen eingenommen.

Neubau und Erweiterung des Schlosses zur heutigen Form

Der Ingenieur Juan Martín Cermeño hatte 1751 den Auftrag die alte Festungsanlage von 1640, die innerhalb der heutigen Anlage stand zu zerstören. Er baute die Anlage neu auf, das Schloss erhielt die heutige Form mit einem großen Graben zur Stadt hin und riesigen zickzackförmigen Wällen zum Meer hin. Auch eine Zisterne für die Trinkwasserversorgung wurde angelegt. Zwischen 1779 und 1799 wurde die Anlage erweitert, um Raum für die über 3.000 Menschen zu geben, die dort lebten. Das Castell erhielt auch 120 Artillerie-Kanonen.

Das Castell de Montjuïc als Militärgefängnis und Instrument der Unterdrückung

Die napolionischen Truppen nahmen am 25. Februar 1808 das Castell kampflos ein.
Im Dezember 1842 bombardierte der spanische Regent Joaquín Baldomero Fernández Espartero Álvarez de Toro die Stadt Barcelona, um einen Aufstand gegen seine Freihandelspolitik niederzuschlagen.

Am 13. Oktober 1909 wurde der Gründer der Escuela Moderna, Francesc Ferrer i Guàrdia, im Castell de Montjuïc hingerichtet. Man beschuldigte ihn, ein Attentat auf König Alfons XIII. vorbereitet zu haben. Die von ihm begründeten reformpädagogischen Konzepte der Modernen Schule orientierten sich am Anarchismus.

1919 wurden im Castell mehr als 3.000 Arbeiter während des so genannten Canadenca-Konflikts (einem Streik, der die gesamte öffentliche Versorgung lahmlegte) inhaftiert.

Als Symbol der Unterdrückung wurde das Castell de Montjuïc zur Zeit des Spanischen Bürgerkrieges und der Zeit unter Franco. Allein zwischen 1936 und 1938 wurden hier 173 Menschen hingerichtet. Der Präsident der Generalitat de Catalunya, Lluís Companys am 15. Oktober 1940.

Das Castell de Montjuïc heute

Bis 1960 war das Castell ein Militärgefängis, ehe es der Stadt übergeben wurde. Teile davon werden aber noch heute militärisch genutzt. Als Symbol der Unterdrückung wurde es erst 1992 zu den Olympischen Spielen wieder hergerichtet und weitgehend der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Die Verordnung zur Übertragung des Castells an die Stadt wurde 2007 erweitert und am 15. Juni 2008 wurde das Castell offiziell seiner neuen Bestimmung als Kulturstätte an die Stadt übergeben. 40.000 Menschen besuchten an diesem Tag ein Konzert zu Ehren Lluís Companys und Francesc Ferrer i Guàrdia.

Auf dem Castell finden heute regelmäßig Konzerte, Seminare und Ausstellungen statt und es ist ein sehr beliebtes Ausflugsziel, vor allem wegen der einmaligen Aussicht auf die Stadt Barcelona, das Meer und den Hafen.

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Das Wichtigste im Überblick

Umgebung
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Adresse
Avinguda del Castell
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Anreise
Metro: Paral·lel, Funicular (L2, L3)
Bus Turístic: Télefèric de Montjuïc, weiter mit der Seilbahn
Parken in der Nähe

Öffnungszeiten
1. Nov. bis 31. März: 10:00 bis 18:00 Uhr
1. Apr. bis 31. Okt.: 10:00 - 20:00 Uhr
Geöffnet von Montag bis Freitag
Geschlossen: 1. Jan. und 25. Dez.

Eintrittspreise
Allgemein 5,00 €
Ermäßgt: 3,00 €
Bis 16 Jahre freien Eintritt

Hinweise zum Besuch des Castell de Montjuïc

Auch ohne Eintritt zu zahlen, können Sie von dort oben die schöne Aussicht auf Barcelona, den Hafen und das Meer genießen: Es führt ein ausgebauter Wanderweg um das Castell herum und Sie können dann zum Beispiel bergab zu den Font Màgica wandern.



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