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Museu Frederic Marès (MFM) - bedeutendste spanische Skulpturensammlung

Untergebracht in einem Palast der Inquisition

Das Museu Frederic Marès verfügt über einer der bedeutendsten Sammlungen spanischer Skulpturen aus dem 12.-19. Jahrhundert. Präsentiert wird die Sammlung des Bildhauers Frederic Marès, der zu seinen Lebzeiten von 1893-1991 besessen Statuen und alle möglichen Kuriositäten sammelte.

Untergebracht ist das Museum Museu Frederic Marès in einem ehemaligen Palast der Inquisition im Stadtteil Barri Gòtic, direkt hinter der Kathedrale.

Im Untergeschoss des Museums finden Sie vor allem Skulpturen des 3. und 4. Jahrhunderts, eine Sammlung von Kruzifixen sowie Statuen der Jungfrau Maria aus der Romantik und Gotik und weitere kirchliche Artefakte. Mit der Kruzifixsammlung lässt sich schön der Wandel des Christusbilds nachvollziehen. Im Obergeschoss wird diese Sammlung fortgesetzt mit Werken aus dem Barock und der Renaissance.
Hier finden Sie auch das so genannte Museu Sentinel, welches Gegenstände aus dem bürgerlichen Alltag in Barcelona der letzten zwei Jahrhunderte zeigt, wie z.B. Sonnenschirme, Brillen, Spazierstöcke etc.. Unterteilt ist dies in mehreren Räumen: den Raum der Damen mit den typischen Utensilien der bürgerlichen Frau des 19. Jahrhunderts, das Raucherzimmer mit Pfeifen und anderen Utensilien der Herren und das Spielzimmer, mit damaligen Spielzeug.

Tipp: Für eine Pause lädt das Café d'Estiu im schönen Innenhof ein.

Freien Eintritt in das Museu Frederic Marès erhalten Sie mit der Barcelona Card.

Der Bildhauer Frederic Marès

Frederic Marès wurde 1893 in Portbou geboren. Seine Familie zog 1903 nach Barcelona. Er bekam an der Hochschule für Kunst und Gewerbe und der Schule der Bildenden Künste in Barcelona. seine künstlerische Ausbildung. Während seiner Studienzeit hatte er mehrere Auslandsaufenthalte. Kurz nach dem Ende der Ausbildung wurde Marès Mitglied des Lehrkörpers und blieb dies bis zu seiner Pensionierung 1964.

Als junger Lehrer arbeitete Màres in der Werkstatt des Bildhauers Eusebi Arnau. Aus dieser Zeit stammt sein erstes Werk für die Stadt Barcelona. Es wurde 1919 am Plaça del Clot eingeweiht. Als unbekannter Künstler stellte er hauptsächlich für Mausoleen Skulpturen her.
Er schuf eine eigene Serie von Skulpturen, die nackte weibliche Körper darstellen. Damit hatte er seinen eigenen Stil gefunden, mit dem er zur zweiten Generation der Künstler des Modernisme gerechnet wird.

Er setzte diesen Stil aber nicht mehr fort sondern spezialisierte sich auf monumentale Skulpturen. In den 20er Jahren bekam er mehrere Aufträge von der Stadt Barcelona. So finden Sie im öffentlichen Raum seine Werke u.a. in den Brunnen am Plaça Catalunya, an der Treppe zum Montjuïc.

Nach dem Spanischen Bürgerkrieg widmete er sich zu einem großen Teil dem Wiederaufbau zerstörter Statuen und Kunstwerke.

Die Sammlung Frederic Marès

In seinen Memoiren schrieb Marès, dass er schon in seiner Kindheit Bildchen auf Schokoladenpapier und japanische Bilder sammelte.

Er war Student, als seinem Vater eine Gotische Malerei aus dem 15. Jahrhundert mit der Darstellung Ramon Llull angeboten wurde, dieser aber aus Geldnot diese nicht kaufen konnte. Marès kaufte es mit dem in einer Ausstellung gewonnenen Preisgeld.

In seiner Zeit in Paris hatte er Kontakt zu Antiquariaten und Kunstauktionen. Hier begann er die ersten Sammlungen zusammenzutragen.

Marès Familie konnte nicht wie bei anderen berühmten Sammlern seine Sammelleidenschaft finanzieren. So steckte er seine Gagen, die er für Entwürfe und Arbeiten erhielt, in die Erweiterung seiner Sammlung. Außer engen Freunden und seiner Familie wusste niemand von seiner wachsenden Sammlung, die er in seinem Atelier beherbergte.

1944 erklärte er, nachdem er seine Sammlung mit Hilfe eines Kunstvereins der Öffentlichkeit vorgestellt hatte, in seinem Testament, dass seine Sammlung nach seinem Tod der Stadt Barcelona vermacht werden sollte.
Frederic Marès lebte noch bis 1991.

Geschichte des Museum Frederic Marès

Die Geschichte des Museums begann 1944, als Frederic Marès in seinem Testament festlegte, dass die Stadt Barcelona seine Sammlung nach seinem Tod bekommen sollte. In diesem Jahr zeigte er auch das erste mal das Ergebnis seiner Sammelleidenschaft. Er war damals 51 Jahre alt, gestorben ist er 99-jährig. 1946 hatte er seinen ersten Raum angemietet für sein Museum. Ende 1948 umfasste seine Sammlung schon vier Räume im Haus an der Carrer dels Comtes de Barcelona. 1952 füllten die gesammelten Werke von Frederic Marès bereits drei Stockwerke des Gebäudes aus und wuchs bis 1970 zu seiner heutigen und endgültigen Größe. 1999 zog dann das Museum in das heutige Gebäude an der Plaça de Iu um.


Das Wichtigste im Überblick

Adresse
Plaça de Sant lu, 5-6
Telefon: +34 932 563 500
www.museumares.bcn.es

Anreise
Metro: Jaume I. (L4)
Bus Turístic: Barri Gòtic

Öffnungszeiten
Di.-Sa. 10:00-19:00 Uhr
So. und Feiertage 11-20:00 Uhr
Mo. geschlossen (außer an Feiertagen)
Geschlossen am 1.1., 1.5., 24.6. und 25.12.

Eintrittspreise
Regulär: 4,20 €
Ermäßigt: 2,40 € (16-29 Jahre, Senioren 65+)
Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren frei.
Am ersten So. eines Monats und jeden Sonntag Nachmittag ab 15:00 Uhr Eintritt frei.
Freier Eintritt mit der Barcelona Card

Hinweise zum Besuch des Museums

Für das Museum sollten Sie ca. 1,5 Stunden einplanen. An heißen Tagen lädt das Café im Innenhof zu einer Pause ein.



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